Das Klischee ist das Herzstück des Tampondrucks: Es trägt Ihr Motiv als feine Vertiefung, aus der der Tampon die Farbe aufnimmt. Wer seine Klischees selbst herstellt, ist unabhängig von Lieferzeiten und kann neue Motive am selben Tag drucken. In diesem Leitfaden erklären wir, welche Klischees es gibt und wie Sie ein Photopolymer-Klischee Schritt für Schritt selbst herstellen.
Was ist ein Klischee im Tampondruck?
Ein Klischee ist eine Druckplatte, in die das Motiv eingeätzt oder eingraviert ist. Beim Drucken wird die Platte mit Farbe bedeckt, die überschüssige Farbe wird abgestreift, und nur in den Vertiefungen bleibt Farbe zurück. Der Silikontampon nimmt diese Farbe auf und überträgt sie auf den Gegenstand. Wie der ganze Ablauf funktioniert, erklären wir in unserem Leitfaden Tampondruck: Was ist das und wie funktioniert es?
Welche Klischees gibt es?
Stahlklischees
Stahlklischees sind sehr verschleißfest und halten sehr große Auflagen aus. Sie werden meist von spezialisierten Betrieben hergestellt, zum Beispiel geätzt oder per Laser graviert. Für Industrieproduktion mit hohen Stückzahlen sind sie die übliche Wahl.
Photopolymer-Klischees
Photopolymer-Klischees bestehen aus einer lichtempfindlichen Kunststoffschicht. Sie werden mit UV-Licht belichtet und anschließend entwickelt. Das geht mit wenig Ausrüstung in der eigenen Werkstatt. Sie eignen sich für Einsteiger, Muster, Kleinserien und mittlere Auflagen und für alle, die oft das Motiv wechseln.
Was Sie zum Klischee selbst herstellen brauchen
- Photopolymer-Platten: zum Beispiel unsere Tampondruckklischees 10x im Format 100 x 200 mm, passend für den Tampondrucker K-1, oder einzeln als Klischees 1x
- Eine Filmvorlage: Ihr Motiv in tiefem Schwarz, mit dem Laserdrucker auf transparente Folie gedruckt, zum Beispiel auf unsere Laserfolie für Tampondruck-Positive
- Einen schwarzen Rasterfilm für die zweite Belichtung, zum Beispiel unseren Rasterfilm für Tampondruckklischees
- Ein UV-Belichtungsgerät: zum Beispiel unser UV-Belichtungsgerät mit 365-nm-UV-Röhren, Belichtungsfläche 250 x 160 mm und digitalem Timer
- Entwicklungsmittel: Unsere roten Klischees werden mit Alkohol entwickelt
- Einen weichen Pinsel zum Auswaschen, zum Beispiel unseren Pinsel zum Entwickeln von Photopolymer-Klischees
- Handschuhe, eine saubere Arbeitsfläche und gedämpftes Licht ohne direkte Sonne
Klischee herstellen: Schritt für Schritt
1. Motiv vorbereiten
Erstellen Sie Ihr Motiv im Grafikprogramm in reinem Schwarz, ohne Grautöne. Achten Sie darauf, dass sehr feine Linien und kleine Schrift noch druckbar sind, und machen Sie lieber einen Test mit einer Probe. Das Motiv muss auf der Filmvorlage so liegen, dass es später auf dem Gegenstand richtig herum erscheint. Prüfen Sie die Ausrichtung deshalb vor dem Drucken der Folie.
2. Filmvorlage drucken
Drucken Sie das Motiv mit dem Laserdrucker auf die transparente Folie. Das Schwarz muss vollständig deckend sein. Wenn Sie die Folie gegen das Licht halten, darf an den schwarzen Stellen kein Licht durchscheinen.
3. Belichten
Legen Sie die Folie auf die Photopolymer-Platte und schließen Sie das Belichtungsgerät, damit Folie und Platte fest aufeinander liegen. Belichten Sie 2 Minuten. Das UV-Licht härtet die Bereiche, die nicht vom schwarzen Motiv abgedeckt sind. Unter dem Schwarz bleibt das Material weich.
Nehmen Sie danach die Folie ab, legen Sie den schwarzen Rasterfilm auf die Platte und belichten Sie noch einmal 1 Minute. Der Raster erzeugt in den vertieften Flächen ein feines Punktmuster. So hält das Klischee die Farbe auch in größeren Flächen gleichmäßig, und die Rakel zieht sie nicht heraus.
TIPP: Diese Zeiten gelten für unsere Klischees mit unserem UV-Belichtungsgerät. Mit anderen Platten oder Geräten machen Sie zuerst einen Test mit einem kleinen Streifen und unterschiedlichen Zeiten.
4. Entwickeln
Waschen Sie die nicht gehärteten Stellen mit dem Entwicklungsmittel und dem weichen Pinsel aus. Arbeiten Sie mit leichten, kreisenden Bewegungen, bis das Motiv als saubere Vertiefung sichtbar ist.
5. Trocknen und nachbelichten
Lassen Sie das Klischee vollständig trocknen. Viele Photopolymer-Platten werden danach noch einmal ohne Folie nachbelichtet, damit sie ganz aushärten und beim Drucken länger halten. Halten Sie sich dabei an die Angaben für Ihre Platten.
6. Probedruck
Setzen Sie das Klischee in die Maschine ein und machen Sie einige Probedrucke. Prüfen Sie, ob alle Details vollständig übertragen werden und die Ränder sauber sind.
Häufige Fehler und ihre Ursachen
- Feine Details fehlen: oft zu lange belichtet oder eine Filmvorlage, die nicht deckend genug ist
- Motiv wäscht beim Entwickeln mit aus: oft zu kurz belichtet
- Unscharfe Ränder: Folie und Platte lagen beim Belichten nicht fest aufeinander
- Klischee nutzt sich schnell ab: nicht vollständig getrocknet oder nicht nachbelichtet
Mehr Ursachen für Druckprobleme, auch bei Tampon und Farbe, finden Sie in unserem Praktischen Leitfaden zum Tampondruck.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Photopolymer-Klischee?
Das hängt von der Farbe, vom Material des Gegenstands und von der Pflege ab. Für Kleinserien und mittlere Auflagen reicht ein Photopolymer-Klischee meist gut aus. Für sehr große Auflagen sind Stahlklischees haltbarer.
Kann ich ein Klischee wiederverwenden?
Ja. Reinigen Sie das Klischee nach dem Drucken gründlich von Farbe und lagern Sie es geschützt vor Licht, Staub und Kratzern. Dann können Sie es für spätere Nachdrucke desselben Motivs wieder verwenden.
Brauche ich für jede Farbe ein eigenes Klischee?
Ja. Im Tampondruck wird jede Farbe in einem eigenen Druckgang mit eigenem Klischee gedruckt.
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