Wer Einladungen, Grußkarten, Menükarten oder Flyer aus festem Papier faltet, kennt das Problem: Am Knick bricht das Papier, der Druck reißt auf und die Kante sieht unsauber aus. Abhilfe schafft kein teures Spezialpapier, sondern eine Rille vor dem Falzen. In diesem Ratgeber erklären wir, was Rillen ist, wann Sie es brauchen und worauf Sie bei einer Rillmaschine (auch Nutmaschine genannt) achten sollten.
Was ist Rillen?
Beim Rillen wird eine Linie in das Papier gedrückt, ohne es zu schneiden. Die Fasern werden an dieser Stelle zusammengepresst und bilden eine Art Scharnier. Wenn Sie das Papier danach entlang der Rille falzen, biegt es sich sauber an genau dieser Stelle, statt an der Oberfläche aufzubrechen.
Oft werden drei Begriffe verwechselt:
- Rillen oder Nuten: Eine Linie wird eingedrückt, das Papier bleibt ganz. Das ist die Vorbereitung für einen sauberen Falz.
- Falzen: Das Papier wird entlang einer Linie gefaltet.
- Perforieren: Das Papier wird entlang einer Linie mit kleinen Schnitten durchbrochen, damit man es abreißen kann, zum Beispiel bei Tickets oder Gutscheinen.
Wann muss man Papier rillen?
Dünnes Kopierpapier lässt sich ohne Vorbereitung falten. Je dicker und fester das Papier wird, desto eher bricht es beim Falzen. Rillen lohnt sich vor allem:
- bei Karton und festem Papier, zum Beispiel für Karten, Mappen und Umschläge
- bei Digitaldrucken, weil der Toner auf dem Papier liegt und am Knick leicht aufplatzt
- bei vollflächig bedruckten oder laminierten Bögen, bei denen ein Riss sofort auffällt
- wenn der Falz quer zur Laufrichtung der Papierfasern verläuft
TIPP: Papier hat eine Laufrichtung, in der die Fasern liegen. Parallel zur Laufrichtung lässt es sich leichter falzen. Wenn Sie quer dazu falzen müssen, ist Rillen besonders wichtig.
Wofür eine Rillmaschine eingesetzt wird
- Einladungen, Hochzeitskarten und Grußkarten
- Menükarten für Restaurants
- Flyer und Falzprospekte
- Fotobücher und Fotoalben
- Mappen, Umschläge und kleine Verpackungen
Manuelle oder elektrische Rillmaschine?
Eine manuelle Rillmaschine wird mit einem Hebel bedient. Sie braucht keinen Strom, ist leise, kompakt und für Copyshops, Druckereien, Agenturen und kreative Werkstätten mit kleinen und mittleren Auflagen geeignet. Jeder Bogen wird einzeln angelegt und gerillt.
Eine elektrische oder automatische Rillmaschine zieht die Bögen selbst ein und rillt sie in Serie. Sie lohnt sich, wenn Sie regelmäßig sehr große Mengen verarbeiten. Dafür ist sie deutlich teurer und braucht mehr Platz.
Für die meisten kleinen Betriebe und für den gelegentlichen Einsatz reicht eine manuelle Maschine.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Arbeitsbreite: Sie bestimmt, wie lang die Rille werden kann. Für A3-Bögen brauchen Sie mindestens etwa 42 cm.
- Papierstärke: Prüfen Sie, bis zu welcher Grammatur die Maschine rillt. Für Karten und Karton sollten es deutlich mehr als 300 g/m² sein.
- Anschläge und Skala: Mit Anlegewinkeln und einer Millimeterskala sitzt die Rille bei jedem Bogen an derselben Stelle. Das ist wichtig, wenn Sie viele gleiche Karten machen.
- Laminierte Bögen: Wenn Sie Ihre Drucke vorher laminieren, sollte die Maschine auch laminiertes Material rillen können.
- Stabilität: Ein schwerer Metallrahmen verrutscht beim Arbeiten nicht und hält länger.
Unsere manuelle Rillmaschine A3 hat 48 cm Arbeitsbreite, rillt Papier und Karton von 80 bis 450 g/m², auch laminiertes Material, und hat zwei Anlegewinkel mit Millimeterskala.
So rillen Sie Papier richtig
- Position festlegen: Markieren Sie auf einem Probebogen, wo der Falz liegen soll, und stellen Sie den Anschlag nach der Skala ein.
- Bogen anlegen: Legen Sie den Bogen gerade an beide Anschläge an.
- Rillen: Drücken Sie den Hebel gleichmäßig bis zum Ende herunter.
- Prüfen: Falzen Sie den ersten Bogen und prüfen Sie, ob die Kante sauber ist und der Druck nicht aufbricht.
- Falzen: Falzen Sie so, dass die eingedrückte Rille innen liegt und der Wulst außen. So bricht die Oberfläche am wenigsten.
TIPP: Machen Sie bei neuem Papier immer zuerst zwei oder drei Probebögen. Jedes Papier verhält sich etwas anders.
Rillen, Perforieren und Schneiden: die passende Ausstattung
Wer Karten, Flyer und Tickets selbst fertigstellt, braucht meistens drei Arbeitsschritte: zuschneiden, rillen und manchmal perforieren.
- Zum Zuschneiden ganzer Stapel: unser Papierschneider 434mm A3
- Für Abreißlinien bei Tickets, Coupons und Formularen: unsere Perforier maschine 360mm für Papier und Karton bis 350 g/m²
- Für saubere Falze: die Rillmaschine A3
Alle Geräte für die Weiterverarbeitung finden Sie in unserer Kategorie Papierschneider.
Häufige Fragen
Ist eine Nutmaschine dasselbe wie eine Rillmaschine?
Ja. Beide Begriffe beschreiben dasselbe Gerät, das eine Linie in Papier oder Karton drückt, damit es sich sauber falzen lässt.
Ab welcher Grammatur sollte man rillen?
Eine feste Grenze gibt es nicht, weil es auch auf Papiersorte, Laufrichtung und Druck ankommt. Bei Karton und festem Papier für Karten ist Rillen fast immer sinnvoll. Wenn das Papier beim Probefalz bricht oder der Druck aufplatzt, sollten Sie rillen.
Kann man laminierte Bögen rillen?
Ja, wenn die Maschine dafür geeignet ist. Unsere manuelle Rillmaschine A3 rillt auch laminiertes Material.
Einen Kommentar schreiben